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Guy
Postiaux stellt eine neue und universelle
Klassifizierung der Techniken der Physiotherapeutischen
Atemtherapie vor, die von einem physikalisch-mathematischen Modell der
Atemwege ausgeht und sich auf das morphometrische
Modell von Weibel sowie auf die Gleichung für den Vorwärtsdruck nach
Röhrer stützt (siehe
Methode). Dieses Modell erlaubt eine entsprechende Strukturierung der Lehre.
Letzten
Endes war es die Verbindung der stethoskopischen Untersuchung mit der ventilatorischen
Mechanik, die es ermöglichte, ausgehend von einem "Etagenkonzept"
der bronchopulmonalen Obstruktion zu einer
anatomischen und funktionellen Klassifizierung der Techniken der Atemtherapie zu
gelangen. Die verfügbaren wissenschaftlichen Daten zur Bronchialhygiene
rechtfertigen diese Klassifizierung.
In
der Tat scheint die übliche nosologische (auf der
Diagnostik basierende) Klassifizierung der Techniken der Physiotherapeutischen
Atemtherapie, wie sie gewöhnlich gelehrt wird, unbefriedigend zu sein: Sie
weist strukturelle pädagogische Mängel auf und missachtet meist die
spezifische Semiologie und Physiologie, welche dem Praktiker bei seiner
Arbeit als Leitlinien dienen müssen.
Hier
wird daher eine alternative Klassifizierung der Techniken der Physiotherapeutischen
Atemtherapie vorgestellt. Die Techniken sind durch wissenschaftliche
Argumente untermauert, die ihre Indikationen, Kontraindikationen, potenziellen
und erwiesenen Wirkungen rechtfertigen.
Die
hier vorgeschlagenen Techniken der Physiotherapeutischen
Atemtherapie können nur unter Führung durch die Auskultation
durchgeführt werden. Mit den Ergebnissen der
in den letzten 20 Jahren von der ILSA durchgeführten physikoakustischen
Forschungsarbeit war es möglich, die Nomenklatur der Lungenauskultation
sowie die Definition der objektiven, mit dem Stethoskop erfassbaren Parameter zu
vereinfachen. Somit gewinnt der Physiotherapeut aus der Auskultation
direkte objektive Erkenntnisse, die ihn bei seiner Arbeit leiten können.
Die
Veröffentlichung der Gruppe CORSA (Computerized
Respiratory Sound Analysis, Eur
Respir Rev n°77,2000)
definiert die Analysestandards der Atemgeräusche
und liefert damit für die Arbeit mit dem Stethoskop und die durch Auskultation
geführte Atemtherapie ein unverzichtbares Werkzeug zur korrekten Durchführung
der Behandlung. Es bleibt zu hoffen, dass diese Publikation weitere
Physiotherapeuten nach uns veranlassen wird, sich dieser gewinnbringenden
Objektivierungsmethode physiotherapeutischer Techniken zuzuwenden.
Trotz
dieser Fortschritte gibt es in den Fachschulen und Universitäten noch keine
geeignete systematische Ausbildung
in der Lungenauskultation. Dabei ist die Auskultation
als die klinische Methode der Wahl bei der Erkennung einer Bronchialobstruktion
anerkannt worden (Recommandations des Journées
Internationales de Kinésithérapie Instrumentale -
JIKRI, Lyon nov.2000). Jedoch sind prospektive und an mehreren Orten durchgeführte
Studien unverzichtbar, um die Empfindlichkeit und Spezifität
dieser Methode weiter zu präzisieren. Somit bleibt noch ein weites Arbeitsfeld
für junge Physiotherapeuten, die an einer wissenschaftlichen Fragestellung wie
der unseren interessiert sind. Unser persönlicher Beitrag ist die Frucht 20-jähriger
klinischer Erfahrungen und Experimente, und es ist zu hoffen, dass fortgesetzte
objektive Forschungsarbeit die Einführung kostengünstiger, akustischer
Methoden weiter vorantreibt.
Die
von Guy Postiaux vorgeschlagenen
Behandlungstechniken sind die folgenden:
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Für
Erwachsene, Heranwachsende und ältere Kinder
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ELTGOL:
Langsames infralaterales Ausatmen mit vollständig geöffneter
Stimmritze |
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EDIC:
Übung mit kontrolliertem
inspiratorischem Fluss
(supralateral) |

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ELPr:
Verlängertes langsames Ausatmen |


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PTE:
Tracheales expiratorisches
Pumpen |

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DRR:
Retrograde Desobstruktion
des Nasen-Rachen-Raumes |

DRR + I
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GPR:
Retrogrades Drücken der Stimmritze |

etc...
Falls
Sie weitere Informationen wünschen, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Kontakt:
postiaux.guy@chndrf.be
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